Eichhörnchen- Eekhoring

Die kleinen Raubtiere sind dafür bekannt, dass sie während des Sommers ihre Nahrung fleissig zusammensammeln und dann verstecken. Daraus entstehen unzählige Depots mit Vorräten. Bei Nahrungsengpässen können sie diese dann einfach plündern. So einfach sich das anhört – so habe ich mir meine Vorbereitungen auch vorgestellt. Einfach genug früh alles zusammensammeln und dann wenn es soweit ist, ist alles ready. Ich hör die Eichhörnchen schon über mich lachen – eine gute Planung ist gar nicht so einfach!

Es gaht nüme lang gell? Bisch ready?

Alli und immer

Wenn ich das gewusst hätte, phu hätte ich es mir vielleicht doch anders überlegt. Unzählige Arzttermine, tausende Gespräche mit Versicherungsmenschen und eine Papierschlacht mit den Behörden. 1 Jahr Südafrika braucht wohl doch mehr Vorbereitungen als gedacht. Meine Stimmung in den letzten Monaten wechselte von… „Ja chills mal – ha no vill Ziit“ zu „OMG keine Ahnung wie ich das alles noch rechtzeitig schaffen soll!“

Wie soll man ein solches Abenteuer angehen? Die Organisation in Südafrika, fragte mich schon 6 Monate vor Beginn nach meiner Uniform-Grösse. Haha ich hab extra eine Grösse grösser bestellt – hab wohl geahnt, dass ich noch in ein Stressfressen geraten werde. Visum-Termin bei der Botschaft, Flug, Arzt & Verischerungsdingsbums – ich versuchte meinen Wohnungsauszug, 4 Arzttermine pro Woche, Familien-Geburtstage und meinen Job unter einen Hut zu bringen. Zum Glück hab ich als Kind gelernt mit drei Bällen zu jonglieren 🙂 Aber eben nur mit drei. So brauchte ich eine neue Strategie. Step by Step:

  • Wohnung aufgeben
  • Beruf aufgeben
  • Informationen für die Organisation
  • Bürokratisches Zeugs
  • Visum Südafrika
  • Reisevorbereitungen
  • Ausrüstung
  • … und dann kam noch viel mehr dazu als gedacht
  • Freunde, Family und weitere soziale Kontakte (bin ja schliesslich Single ;))

Meine Wohnung aufgeben. Alles packen und zurück ins Hotel Mama. Alles mögliche versuchen zu verkaufen und verschenken. Den Rest in verschiedensten Kellern unterbringen. Danke an alle die jetzt ein Bett oder eine Kiste von mir im Keller stehen haben.

Next Step: Job abschliessen. Die letzten Wochen waren stressig, chaotisch und ich war froh als es hiess, dass meine letzten Stunden geschlagen haben. Dass die Firma bereits 2 Tage vor meinem Austritt bereits alles deaktiviert hat – nahm ich nicht persönlich – als sie mir dann aber noch die SIM-Karte sperrten, dann doch ein bisschen.

Alle wollten mich nochmals sehen & durchchecken – damit die Löwen auch ja ein gutes Stück Fleisch erhalten.

Doch das wirklich komplizierte: Versicherungen: Ich habe mit mindestens 5 verschiedenen Versicherungsleuten gesprochen und gefühlt 10 Versicherungen neu abgeschlossen. Den Rekord der meisten Termin halten jedoch nicht die Versicherungen sondern… Trommelwirbel: Ärzte! (Da hat sich meine hohe Franchise ja suuuuuuper toll gelohnt – niiiiicht). Gefühlt 20 Termine, Dhermatoligie, Hausarzt, Corona-Impfung, Gynäkologe, Zahnarzt… alle wollten mich nochmals sehen und mich durchchecken, damit die Löwen auch ja ein gutes Stück Fleisch erhalten.

Nebenbei, habe ich bereits einige Visum-Anforderungen vorbereitet und mir einen Termin bei der „Madame Hoheit Botschaft Südafrika“ gesichert. Was ich alles für ’s Visum organisieren muss?

  • Proof of Study (gefühlt 20 Dokumente)
  • Strafregisterauszug
  • Medical Report inkl. Röntgenbild von meinem Brustkorb
  • Versicherungen usw.

Reisevorbereitungen – oh das kann ich! Darin bin ich doch Profi – wenn da nicht Corona wäre und mir die SWISS bereits 2 Mal den Flug verschoben / umgebucht haben und ich die Warteschleife-Musik nun auswendig singen kann. Ja dann machen wir doch mit der Ausrüstung weiter. Das kann ja wohl wirklich nicht so schwierig sein. Hier ein Auszug aus einer 2-seitigen Packliste.

  • Gaiters ( Gamaschen)
  • Rehydrate sachets
  • Headlamp
  • Binoculars (Feldstecher)
  • Battery operated alarm clock (da ja kein Handy)
  • Bird, Animal Books (eine ganze Bibliothek)
  • usw.

Nicht die alltägliche Packliste wie: Sonnenbrille, Sonnencreme und Bikini – done. Aber das gehört jetzt wohl dazu, mich mit diesen Dingen auseinander zusetzen. Langsam wird es mir auch bewusster… wohin es eigentlich geht. In die freie und wilde Natur.

Ja im Moment herrscht noch ein Chaos, aber ich hab das Vertrauen, dass am Schluss dann doch noch alles aufgehen wird. Irgendwie. Und dieser ganze Stress wird bald vergessen sein!

Und was schön, aber auch sehr stressig ist. Ich hab tolle Freunde und Familien – die mich zwar nicht wirklich unterstützen können, mich aber immer wieder zu Festen, Feiern und tollen Abenteuern einladen – damit ich sie dann auch ja vermissen werde! Spass bei Seite – ich geniesse jeden Tag den ich hier in der Schweiz noch habe – aber freue mich auch auf meine Zeit in der Natur….

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