Volleyball zwischen Giraffen und zwei Impala-Beinchen

Ankunft im Camp – Einzug ins Zelt – Wilderness First Aid – schlaflose Nacht, Nyala versucht einzubrechen mit einer Löwin vor dem Zelt – das Abenteuer hat definitiv begonnen. Meine erste Woche:

Nachdem wir gefühlt 2 Tage mit dem Bus gereist sind, kamen wir endlich beim Gate zum Game Reserve Selati an. Drei Guides von EcoTraining nahmen uns dort in Empfang und verfrachteten unser Gepäck und unsere Gruppe von 16 Students in zwei Landrover und da war es – mein erster Drive im Bush. Wunderschön – warm und irgendwie wusste ich noch immer nicht was mich hier erwarten wird.

Im Camp angekommen, erwartete mich der Einzug in mein Zuhause für die nächsten 4 Wochen. Ein Zelt inmitten der Natur. Es war verrückt. Das Camp Selati ist an einem Flussbett. Unser Zelt, das Zelt Nr. 1 am weitesten weg und direkt zum Flussbett ausgerichtet. Dann hiess es schon bald Versammlung – Safety Speech zum Thema, wie man mit Tieren umgeht, wie man nachts aufs Klo geht – nämlich gar nicht und wie man das Zelt vor Mäusen & anderen Kleintieren wie Spinnen & Schlangen freihält. Also eigentlich praktisch unmöglich – aber wie man reagiert, falls dann doch mal so ein Tier hier ist, das haben wir gelernt.

Freetime! Im ausgetrockneten Flussbett, wurde ein Volleyball-Netz aufgestellt. Als wir geradeso in die Partie gefunden haben, kamen auf der linken Seite 2 Giraffen aus dem Busch. Vorher war ich gerade noch über zwei abgebissene Impala-Beinchen gestolpert und die unterschiedlichsten Vögel feuerten uns bei jedem Ball an. Träume ich? Oder bin ich gerade wirklich in Mitten der Natur und spiele Volleyball? Zwischen wilden Tieren?

First Aid Kurs: In den letzten 5 Tagen, mehr Grusel-Geschichten gehört als in meinem ganzen Leben. Über Löwenattacken, Spinnen-Bisse oder Schlangenbisse. Wir haben alles über die grausame und unberechenbare Welt des Busches gelernt. Uns wurde klar gemacht, dass wir hier im Lebensraum der Tiere leben und nicht umgekehrt. Sie sind der Boss und wir sind nur Gäste. Missachtet man Regeln oder ist unachtsam, wird man bestraft und manchmal mit seinem eigenen Leben. CPR – Wir alle hatten wohl schon einmal ein First Aid Kurs in unserem Leben. Aber dass hier war etwas anderes. Unser Instructor, liess uns 30min. lang mit Unfallgeräuschen und anderen Ablenkungen Non-Stop CPR machen. So, dass wir am Ende aufgeschürfte Knie hatten und klitschnass waren. Zudem lernten wir wie wir Schlangenbisse behandeln und dass hier im Busch die Zeit unser grösster Feind ist. Denn bis Hilfe da ist, würde es mind. 1h dauern.

Erster Sundowner = Game Drive am späten Nachmittag. Endlich durften wir los auf unseren ersten Game Drive. Leider war es nur sehr kurz und viel gesehen haben wir auch nicht. Aber es war wunderschön endlich im Busch zu sein und den Spuren der Tiere zu folgen. Einfach mal ruhig auf einem Stein sitzen und die Natur und die untergehende Sonne geniessen. Ich bin wirklich hier. Wir haben einige Vögel und Impalas gesehen und natürlich unseren ersten Haufen Poop inspiziert.

Die Löwin vor dem Zelt.

Die gleichen Löwen, welche uns im Camp besucht haben

Eine Nacht, die ich nicht mehr so schnell vergessen werde. „Blaaash“ das ganze Zelt rüttelt und eine grosse Beule im Zelt beim Eingang. Was war das? Meine Zeltgenossin und ich schrecken auf. Wir sind ganz still – das Herz „babam babam“: Dann hören wir das atmen eines Tieres. Da ist es, das schnurren und knurren. Da draussen ist ein Löwe! Bevor ich überhaupt verstehen konnte was gerade passiert: „Blaaash“ erneut ein riesen Stoss gegen die Eingangsklappe unseres Zelts. Jetzt packt uns die Angst. Was war das? Der Löwe? Nein! ein Nyala, welches Schutz in unserem Zelt sucht vor dem Löwen. Jetzt liegen wir wieder todesstill im Zelt und hören nur zu. Da schleicht doch wirklich ein Löwe um unser Zelt. Man hört die grossen Tatzen auf dem Boden aufkommen und weiterhin das atmen der grossen Raubkatze. Wir bewegen uns keinen cm. Irgendwann entfernt sich das Tier und wir können ein erstes Mal durchatmen. Doch an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Es ist mittlerweile 4 Uhr morgens. Und plötzlich hören wir die Hyänen. Jetzt kommen die auch noch… Plötzlich schlagen die Vögel wieder Alarm und wir hören wieder Geräusche draussen. Eine der Hyänen schnappt sich mein Drybag, denn ich draussen gelassen habe – grosser Fehler! Einfach nicht bewegen. Einfach die Hyäne weiterziehen lassen und mit dem Drybag spielen lassen. Huch endlich wird es Morgen. 5.45 Uhr getrauen wir uns wieder miteinander zu sprechen und wagen uns aus dem Zelt auf der Suche nach den Spuren der Nacht. WOW! Das ist wohl Wildnis at its finest.

Was wird mich wohl noch alles erwarten, wenn dass hier erst der Anfang war?

Ich kann euch sagen, mittlerweile bin ich schon 20 Tage hier und habe noch unzählige Geschichten zu erzählen. Nächster Blog folgt schon bald. Dann erzähl ich euch, wie so ein „normaler Tag“ abläuft. 🙂

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